Archiv der Kategorie: Dinieren

Endstation Bensberg

Von Köln-Deutz kommend taucht die Stadtbahnlinie 1 aus ihrer unterirdischen Röhre ans Tageslicht. Manuell gesteuert, ohne Fahrer-Assistenz-System, erreicht sie Höchstgeschwindigkeit. Nächste Haltestelle: „Kalker Friedhof“. 11 Stationen und 16 Minuten später, schlüpft der Zug in den 487 Meter langen Bensberger U-Bahnschacht. Kommunaler Größenwahn schuf im Mai 2000 die U-Bahnhaltestelle Bensberg.

U-Bahnhaltestelle Bensberg Bild 1

Ein geplanter, bislang nicht realisierter, unterirdischer Weiterbau Richtung Herkenrath wird durch ein Gemälde am Ende des Schachts symbolisiert.

U-Bahnhaltestelle Bensberg Bild 2

Seit 1975 ist Bensberg ein Stadtteil von Bergisch Gladbach, in dessen bergisch, frischer Luft am 1. Juni 1973 Heidi Klum und am 22. März 1997 Vanessa Fuchs, Germany’s next Topmodel, zur Welt kamen. Überregional nicht so bekannt ist Johann Wilhelm II., der 1711 das barocke Jagdschloss Bensberg schuf.

Schloss Bensberg

1997, nach dem Abzug der belgischen Soldaten, baute die Aachen-Münchener Lebensversicherung, das als Kaserne genutzte Schloss, in ein Luxushotel mit angeschlossener Sterneküche um. –

Ich verlasse den gepflegten Schlosspark. Mein Blick fällt auf die Kölner Smog-Glocke. Der Dom, der Colonius Fernsehturm und das Deutsche-Welle-Hochhaus geben mir Orientierung. Die Kühltürme der Kohlekraftwerke, sowie der aufsteigende Wasserdampf, zeigen das Köln-Aachener Braunkohlerevier.

Ich besuche das Bensberger Rathaus. Sichtbeton und Ruinenreste einer alten Burg ergeben einen bizarren, scheußlichen Verwaltungsbau.

Rathaus Bensberg

Das Rathaus entstand in den Jahren 1964 bis 1969 nach den Plänen des bekannten Kölner Architekten Gottfried Böhm, einem Vertreter des Brutalismus.

Ich bin froh wieder auf der Schloßstraße zu sein. Im griechischen Lokal „Symposion“ kehre ich ein, denn das Perlhuhn-Menü im Sterne Restaurant Vendôme für 267 Euro ist mir zu teuer. Ich esse Gyros mit Zwiebeln, Pommes, Zaziki und Salat. Bensberg ist eine Reise wert.

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Nie mehr Burger King?

Burger King Bild 1Auch an einem Sonntagnachmittag ist die Einkaufsstraße Schildergasse in Köln gut besucht. Doch wer schnell einen King-Burger mampfen will, der steht vor einem geschlossenen Laden.

Burger King Bild 2Schon im Frühjahr, hatte der in Köln-Mülheim lebende Enthüllungsjournalist Günter Wallraff, Verstöße gegen Arbeits- und Hygienerecht bei dem Burger-King-Franchiser Yi-Ko-Holding aufgedeckt. Die Manager von Burger-King-Deutschland mussten reagieren. Nach einer längeren Auseinandersetzung mit ihrem Franchiser kündigten sie Yi-Ko und stellten alle Lieferungen an die Yi-Ko Filialen ein. Ferner erwirkten die Burger Bosse letzten Freitag einen Gerichtsbeschluss, der Yi-Ko das Führen des Namens Burger King untersagt.
Den Beschäftigten droht die Arbeitslosigkeit. Ich hoffe Sie werden nicht auch noch um ihren Arbeitslohn betrogen.

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Dinieren bei IKEA Am Butzweilerhof

IKEA„Möbel kauft man nicht am Arsch der Welt….“ , behauptet Oliver Korittke in einem aufdringlichen Werbespot. Doch Ossendorf liegt nicht am Arsch der Welt, und ich habe auch nicht die Absicht Möbel zu kaufen. Ich betrete das Kaufhaus und folge den Schildern – Restaurant Café – . Schnell habe ich das Restaurant gefunden. Es ist riesig. An einer langen raumhohen Fensterfront sind Tische mit Polstermöbel aufgestellt. Der andere Komplex ist mit circa 1,50 Meter hohen Raumteiler in überschaubare Bereiche gewandelt. Man kann sich an Tische oder an Theken setzen. Die Speisen holt der Hungrige sich an der Essenausgabe. IKEA bietet von Montag bis Freitag ein wechselndes Tagesgericht an. Ferner gibt es Standartgerichte. Gerne weise ich auf die Speisekarte hin.

IKEA FOODIch habe mich für Kasseler mit Rahmsauce, Sauerkraut und Kartoffelpüree entschieden. Die Bedienung ist flink und freundlich. An der Kasse hat sich eine kleine Schlange gebildet. Die zweite Kasse ist nicht geöffnet. Ich zahle 4,50 Euro, setze mich an einen Tisch und betrachte das Sauerkraut. Eigentlich ist Sauerkraut ein Wintergericht. Es enthält viel Vitamin C. Das wusste schon James Cook bei seiner zweiten Weltumseglung zu nutzen. So konnte dem Skorbut vorgebeugt werden. Ich probiere das Sauerkraut. Es schmeckt vorzüglich. Der Speck gibt dem Kraut eine besondere Note. Auch das Kartoffelpüree mundet. Die dicke Scheibe Kasseler ist auf den Punkt gegart.

JVA OssendorfGesättigt und zufrieden betrete ich die Stadtbahn, Linie 5, und fahre Richtung Heumarkt. Mein Blick fällt auf die Justizvollzugsanstalt Ossendorf und ich frage mich: „Gab es heute hier auch Sauerkraut zu essen?“

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