Archiv der Kategorie: Kunst

Auf den Spuren von Gerhard Marcks

Gerhard Marcks 1977

Gerhard Marcks wurde am 18. Februar 1889 in Berlin geboren. Seine berufliche Karriere als Rektor der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle endete 1933 abrupt. Die Nazis entließen ihn. Zwei seiner Werke zeigte die Ausstellung „Entartete Kunst“ 1938 in Berlin.

1945 nahm Marcks eine Professur in Hamburg an. Ab 1950 arbeitete er freischaffend in Köln-Müngersdorf. Die Stadt Köln stellte ihm kostenlos und auf Lebenszeit ein Atelierhaus im heutigen Gerhard Marcks Weg 2 zur Verfügung.

Das Gerhard Marcks Haus erreichst Du mit der Stadtbahnlinie 1 über die Haltestelle „Alter Militärring“. Gehe in die Straße „Alter Militärring“. Folge nicht der abknickenden Vorfahrtsstraße, sondern gehe gerade aus. Nach der Bahnunterführung bringt Dich ein Fußweg direkt in den Gerhard Marcks Weg. Leider ist das Gerhard Marcks Haus nicht öffentlich zu besichtigen. Doch durch ein in die Hecke geschnittenes Loch kannst Du den Nachguss der Aegina sehen.

Aegina, Nachguss, Gerhard Marcks

Aegina, Nachguss

Die Bronzefigur ist nach der griechischen Insel benannt, auf der Marcks seit 1964 ein Ferienhaus besaß. Das Original wurde 1966 gegossen. Es befindet sich in den Wallanlagen des Gerhard Mark Hauses in Bremen.

1949 stellte Marcks die 3 Meter hohe Figur „Die Trauernde“ an die dem Rhein zugewandte Seite von St. Maria im Kapitol.

Die Trauernde, St. Maria im Kapitol, 1949, Gerhard Marcks

Die Trauernde, St. Maria im Kapitol, 1949

Ein beeindruckendes Schwarz-Weiß-Bild der Skulptur im kriegszerstörten Köln, sowie einen interessanten Text, findest Du in dem Beitrag der Bloggerin Anke von Heyl.

Die aus Muschelkalk bestehende Skulptur hat in den letzen 67 Jahren an den Industrie- und Großstadtemissionen gelitten. Ihr Haupt und ihre Schultern sind heute mit Moos bedeckt.

Das überlebensgroße Modell von Albertus Magnus kennt jeder Hochschulangehörige.

Der Gelehrte Albertus Magnus, 1955, Gerhard Marcks

Der Gelehrte Albertus Magnus, 1955

Es steht vor dem Hauptgebäude der Universität zu Köln. Der damalige Kölner Stadtverordnete Dr. Josef Haubrich hatte den Antrag gestellt, von Gerhard Marcks ein Albertus-Magnus-Denkmal errichten zu lassen.

Auch von lokalen Sagen ließ sich der Künstler inspirieren.

Düxer Bock, 1963, Gerhard Marcks

Düxer Bock, 1963

In der Lorenzstraße in Deutz thront der Bock auf einem Brunnensockel. Die dazu gehörige Romeo und Julia Geschichte von der Schäl Sick erzählt Dir die Kölner Bloggerin Monika Rosenbaum.

Die Figur der Eva von Gerhard Marcks blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück.

EVA 2

Eva 2, 1938-1947

Das 1938 angefertigte Gipsmodell Eva wurde 1943 bei einem Bombenangriff, der das Berliner Atelier des Künstlers zerstörte, stark beschädigt und 1947 von ihm als Eva II vollendet. Die nach innen schauende Eva 2 findest Du im Rheinpark, nördlich des Tanzbrunnens.

Gerhard Marcks liebte die griechische Mythologie.

Gaea, die Mutter Erde, 1965, Gerhard Marcks

Gaea, die Mutter Erde, 1965

Die personifizierte Erde befindet sich im großen Rosengarten des Rheinparks, nördlich des Kinderspielplatzes. Leider ist die Tafel, mit dem Namen des Künstlers und weiteren Erläuterungen, verschwunden.

Gaea II, die Mutter Erde 2005, Gerhard Marcks

Gaea II, die Mutter Erde, 2005

Einem Kölner Skandal verdanken wir einen zweiten Bronzeguss der Gaea. Gaea II steht in der Stollwerk-Passage, Hohe Straße 160. Die Erläuternde Tafel gibt als Geburtsjahr fälschlicherweise 1965 an. Doch Gerhard Marks hatte kurz vor seinem Tod (1981) die Gussform verändert. Dies offenbarte sich erst 2005 nach dem zweiten Guss. Wie Du siehst, ist der Umhang der griechischen Erdgöttin noch raffinierter geworden. Gaea II besuchst Du am besten an einem nicht verkaufsoffenen Sonntag, dann ist die Hohe Straße nicht so stark besucht.

Vielleicht gehst Du anschließend in das Museum Ludwig. Es beherbergt Marcks gefesselten Prometheus II.

Weiter Informationen über Gerhard Marcks findest Du auf Wikipedia und auf der Homepage des Gerhard Marcks Hauses in Bremen.

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Skulpturenausstellung im Schlosspark Stammheim

Von Köln-Deutz kommend schalte ich auf halber Höhe der Mülheimer Hafenbrücke in den ersten Gang meines Fahrrads. Ich überwinde den Katzenbuckel, so wird das Bauwerk im Volksmund genannt. Gemächlich radele ich rheinabwärts. Ein Hinweisschild zeigt den schnellsten Weg zum Park.

Hinnweisschild Schlosspark Stammheim

Die Eröffnungsrede, durch einen trickreichen ehemaligen Kölner Ratsherren, ist bereits gehalten. Eine Jazz Band spielt. Es gibt Bratwurst und Kölsch.

Jazz Band im  Schlosspark  Stammheim

Alle ein oder zwei Jahre, am ersten Pfingsten, wird im Schlosspark Stammheim eine neue Skulpturenausstellung eröffnet. Die Parkanlage gehört zu den schönsten von Köln. Zweihundert Jahre alte Weiß-Eichen, Blutbuchen und Kastanienbäume, sowie freie Rasenflächen, geben den Skulpturen Raum und Licht zur Entfaltung. Der Lilienthal-Mops von Michail Stamm leuchtet im Sonnenschein. Er markiert seit 2009 sein Stammheimer Schlosspark Revier.

Lilienthal-Mops von Michail Stamm

Drei Hasen von Winfried Becker lauschen in den Schlosspark.

3 Hasen von Winfried Becker

Was erwartet die Wa(r)tenden von Peter Marth und Stephanie Schröter?

Die Wa(r)tenden von Peter Marth und Stephanie Schröter

Starte auch Du einen Ausflug in den Schlosspark von Stammheim. Mehr als fünfzig Kunstwerke erwarten Dich. Morgen Nachmittag finden Führungen und Veranstaltungen statt. Im darauf folgenden Jahr dominieren wieder die kleinen grünen Papageien den Ort. Die dort ansässige, nistende Kolonie gibt Dir ein Urwaldfeeling inmitten von moderner Kunst.

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Der arme Bock

Deutzer BockMan kann ihn noch sehen, den von Gerhard Marcks geschaffenen Deutzer Bock. Doch er ist eingeklemmt zwischen mehreren Containern und Baumaschinen. Ein hoher Bauzaun sperrt die auf einer Säule stehende Bronzeplastik ein. So schlecht ging es dem 51 Jahre alten Düxer Bock noch nie.
Was geschieht auf dem Lorenzplatz, wer hat hier was geplant? Dies fragen sich viele Deutzer. Doch auf ein Baustellenschild, wie es die Bauordnung vorschreibt, hat die hier arbeitende Firma Weitz und Co verzichtet.Bock auf Garten Nichtsdestotrotz  gibt es auch Lichtblicke. Erst gestern haben Aktivisten von „Bock auf Garten“ ihr Beet vor der Baustelle wieder liebevoll gepflegt. Ich hoffe der Lorenzplatz wird bald wieder zum Verweilen einladen.

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Was machen die denn da Geheimes unter den Schirmen?

Puppen im Deutzer Hafen Bild 1Schon seit 8 Tagen wird unter Regenschirmen im Deutzer Hafen gemunkelt. Heute will ich es genau wissen und überquere die Deutzer Drehbrücke. Über nasse Basaltsteine balanciere ich entlang des Hafendamms.Puppen im Deutzer Hafen Bild 2Wird hier die freie Republik Deutz geplant?Puppen im Deutzer Hafen Bild 3Zwei vom Wind umgestürzte Puppen geben Einblick in die Installation. Ich muss an den verstorbenen Joseph Beuys denken. 1973 überquerte er mit einem Einbaum den Rhein in Düsseldorf und protestierte damit gegen seine fristlose Entlassung. Doch der mittlerweile ebenfalls verstorbene, provinzielle, Skat spielende Wissenschaftsminister ließ den Professor nie mehr an der Kunstakademie Düsseldorf unterrichten.
Ich hinterlasse den Skulpturen ein Skatspiel und verabschiede mich. Jeder ist ein Künstler.
Wenn Du die Bilder anklickst, erscheinen sie in einer größeren Auflösung.

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Der Balanceur und der landende Storch

Heute besuche ich das Brückenmännchen und den landenden Storch. Die Dauerbaustelle Rheinboulevard umgehe ich über die Mindener Straße und laufe auf die Nordseite der Hohenzollernbrücke.BrückenmännchenIm November 1990 war es auf einmal da. Weder Stadtverwaltung noch die Bahn wussten wer das Brückenmännchen erschaffen hatte. Der Künstler befestigte die Skulptur mit einem raffinierten Rollschlitten auf einem Radarausleger der Hohenzollernbrücke. Eine Sperre im Rollschlitten verhinderte ein Zurückholen des Kunstwerkes. Einige Monate später wurde der Kölner Künstler ausfindig gemacht. Seit dem erfreut uns der von Joachim Eckhardt geschaffene Balanceur.
Über den Balanceakt des Lebens nachdenkend überquere ich die Hohenzollernbrücke und spaziere rheinaufwärts. Vor der südlichen Einfahrt des Altstadttunnels der Rheinuferstraße befindet sich eine weitere Skulptur von Joachim Eckhard:Der landende StorchDer landende Storch. Er verfügt über große Symbolkraft. Klick ihn an, oder besser noch, besuche ihn. Er wird Dich beeindrucken. Der landende Storch hat schon viele Wünsche erfüllt.

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Skulpturenpark Köln

Den Skulpturenpark Köln erreichst Du mit der Stadtbahnlinie 16 und 18 über die Haltestelle Reichenspergerplatz. Der U-Bahn entstiegen, gehst Du circa 300 Meter und schon bist Du in einer Parkanlage, die von sechsspurigen Straßen umgeben ist. Google Map zeigt Dir die genaue Lage. Die aktuelle Skulpturenausstellung wird von 48 Künstlern gestaltet. Einige früher schon ausgestellte Dauerleihgaben sind im Park geblieben. Meine Lieblingsfigur, Hyde Park Corner, von Jörg Immendorff, ist an einen etwas versteckten Ort verrückt worden. Doch ich bin mir sicher, dass Du den Bilder spuckenden Mann finden wirst. Genieße, bei dem fast frühlingshaften Wetter, den Skulpturenpark, und grüß die tanzenden Hasen von mir.
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