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Der Schachweltmeister

Magnus CarlsenAn der Haltestelle `Deutzer Freiheit´ schaut mich der amtierende Schachweltmeister Magnus Carlsen an. Eine provozierende Collage wirbt für das Bekleidungshaus G- Star. So motiviert betrete ich wenig später das weltgrößte G-Star Raw-Store am Neumarkt.

Vor einer riesigen Regalwand voller Jeans erklärt mir die freundliche Verkäuferin den Farbcode und die zugehörigen Hosen-Schnitte. Sie bestätigt mir, dass alle Modelle auch in 36 Zoll Länge vorhanden sind. Ich bin begeistert und beginne mit der Sichtung. Die erste Jeans kostet 169 Euro. Ich falte sie auseinander und stelle fest, dass der Stoff an manchen Stellen dünn, ja durchsichtig ist. Einige Löcher sind mit dem Hexenstich zusammengenäht. Die anderen Hosen sind nur unwesentlich preiswerter. Sie haben aber größere Löcher. –

An der oberirdischen Haltestelle am Neumarkt schaut mich aus einer verglasten Werbefläche Magnus wieder an. Ich schüttele verneinend den Kopf, denn ich werde meine Jeans noch ein Jahr länger tragen.

Der Zwischenzug

Viele Schachbegriffe sind der deutschen Sprache entlehnt, so auch der „Zwischenzug“, der in andere Sprachen übernommen wurde. Wenn auf einen vermeintlich erzwungenen Zug, ein anderer, besserer, unerwarteter Zug erfolgt, und der erwartete Zug erst danach gespielt wird, so spricht man in der Schachwelt von einem Zwischenzug. Mit dem Zwischenzug 21.b7, gelang es Magnus seinem Mitspieler Anand die schlechtere Bauerstruktur in der 5. Weltmeisterschaftspartie aufzuzwängen. Da im 19. Jahrhundert viele deutschsprachige Schachspieler die Turniersäle dominierten, gibt es in vielen Sprachen noch andere Schach-Germanismen. Die bekanntesten sind: Zeitnot und Blitzen. Genieße die von Daniel King exzellent kommentierte Partie.

Handy entscheidet Schachspiel

In der zweiten Runde des Ford-Schach Opens, wenige Minuten nach Freigabe der Bretter, riss ein markerschütterndes, akustisches Handy Signal die Spieler aus ihren Überlegungen. Die Schallquelle befand sich, in einer über den Stuhl gehängten Jacke, an Brett 30. Nach dem Ausschalten des  Funktelefons durch seinen Besitzer, disqualifizierte der FIDE Schiedsrichter Franz Meier den Spieler für das heutige Spiel. Der noch nicht anwesende Kontrahent wurde von Franz Meier zum Sieger erklärt. Alle anderen Partien verliefen weniger dramatisch.