Schlagwort-Archive: Starbucks Coffee

Starbucks am Rudolfplatz schließt

Starbucks am Rudolfplatz

Heute Abend um 19:00 Uhr schließt mein Lieblings Starbucks, die Filiale am Rudolfplatz, dauerhaft. Grund der Schließung sind nicht deren Steuertricks; der ganze Gebäudekomplex wird abgerissen.

Stehen bleibt nur der Gebäuderiegel am Ring. Alles, was dahinterliegt, wird von der Hamburger „Momenie Gruppe“ abgerissen und neu gebaut. Vorgesehen ist ein achtgeschossiges Büro- und Geschäftshaus, das im Erdgeschoss Flächen für Läden und Gastronomie bietet. Die „Momeni-Gruppe“ will 120 Millionen Euro investieren und mit der Neubebauung 2019 abschließen.

Teile der jetzigen Bebauung stehen schon leer. Manches wirkt heruntergekommen. Am härtesten trifft der Abriss die Ehrengarde.

Ehrengarde

Ihre Glasbrücke, ein städtebauliches Verbrechen zwischen Hahnentorburg und dem Starbucks, verschwindet für immer. In Zukunft muss sich die Ehrengarde mit der gepachteten Torburg begnügen.

Die zur normalen Klimaanlage im Starbucks zusätzlich aufgebaute Box surrt. Meine Tasse habe ich leer getrunken. Morgen wird ein Schild auf die Schließung der Filiale hinweisen und die anderen Starbucks preisen. Ich werde das Coffee am Rudolfplatz vermissen.

Ein Besuch im Starbucks Coffee am Rudolfplatz

„Hallo Fräulein, zwei Kännchen Kaffee und eine Sinalco.“ So oder ähnlich bestellte man in den fünfziger Jahren. In Cafés mit Nebenraum konnte durch Betätigen einer elektrischen Schelle das Fräulein gerufen werden. Das heimliche Schellen bereitete frechen Kindern große Freude.

Bei Starbucks Coffee ist das heute anders. Hier muss man sich an der Theke anstellen und seinen Verzehr mit zum Tisch nehmen. In Köln gibt es 9 Starbucks. Ich bevorzuge die Niederlassung am Rudolfplatz. Unter Sonnen-/Regenschirmen kann man auch draußen sitzen. Bei Wüstenwetter gibt die Klimaanlage ihr Bestes. Das überwiegend junge Publikum bestellt sich hier die exotischsten Kaffeemixgetränke. Dazu gibt es Industriekuchen und Bagels. Ich favorisiere: „Filterkaffee, tall, ohne Milch, zum hier trinken“. Das Café verfügt über W-LAN. Doch im Starbucks, wie auch im angloamerikanischen Sprachraum, spricht man von Wi-Fi. Durch die großen Fenster kann ich die Hahnentorburg sehen. Ins Internet bin ich schnell ´eingewählt´. Ein Barista räumt den Tisch vor mir ab. Auch der Shift Supervisor und der Storemanager sind unter dreißig Jahre alt. Nur das grauhaarige Publikum wird von ihnen gesiezt. Ich greife zur `WELT am Sonntag`. Die Springerzeitung gibt es hier täglich in mehreren Exemplaren. Außer dem Sudoku trifft leider nichts in dem Blatt mein Interesse. Daher wende ich mich wieder dem Internet zu und google ‚Starrbucks Coffee‘. Die Kaffeekette hat auch Kritiker. Nicht beliebt ist Starbucks bei selbständigen Café Betreibern. Durch legale Steuertricks zahlt der internationale Konzern in Deutschland keine oder nur geringe Ertragssteuern und hat dadurch einen Wettbewerbsvorteil. Wird der deutsche EU Kommissar Günther Hermann Oettinger für mehr Steuergerechtigkeit sorgen?