Das Kalkberg Desaster

Ich stehe auf dem „Kleinen Kalkberg“. Er besteht, wie auch sein größerer Bruder, aus Abfällen der Chemischen Fabrik Kalk. Eine erst kürzlich aufgebrachte, 50 Zentimeter dicke Lehmschicht soll das Einsickern von Regenwasser verhindern. Ich schaue zum Kalkberg, auch Monte Kalk genannt. Seit meinem letzten Bericht sind fast zwei Jahre vergangen. Die Hochdeponie ist grün geworden. Die Hubschrauberstation ist fast fertig gestellt.

Kalkberg Bild 1

Doch das ganze Gebäude sackt ab. Der hintere, schwerere Teil des Hangars hat sich um fast 13 Zentimeter gesenkt. Der schwächer belastete Teil der Bodenplatte ist leicht angehoben. Der hinter dem Hangar aufgeschüttete Lärmschutzwall drückt zusätzlich auf den Berg und führt zu inneren Verrutschungen des Chemiehaufens.

Risse in den Wänden der Hubschrauberstation werden schon länger mittels Gips-Plomben beobachtet. Der Eröffnungstermin musste verschoben werden. Eine Kostenerhöhung von knapp 2,4 Millionen Euro wurde vom Stadtrat abgenickt. Vor vier Tagen berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger von Rissen in der 45 Zentimeter dicken Beton-Bodenplatte. Seit dem ruht der Bau der Hubschrauberstation. Nur Pflasterarbeiten an der Straße werden noch ausgeführt. Fünf Vermessungstechniker und Ingenieure dokumentieren und beobachten das fortschreitende Desaster. Ein Projektziel existiert nicht mehr.

Kalkberg Bild 3

Für die Projektleitung und die Projektsteuerung ist die „Gebäudewirtschaft der Stadt Köln“ mit Sitz am Willy Brandt-Platz 2 in Deutz verantwortlich. Hier liest man jetzt ein Gleichnis aus dem Matthäus Evangelium: Vom Haus, auf Felsen oder auf Sand gebaut.

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