Die städtebauliche Entwicklung des Deutzer Hafens

Deutzer Hafen

„Aurora mit dem Sonnenstern“ ist ein allseits bekanntes Markenzeichen. 1909 sorgten die Söhne des Firmengründers Heinrich Aue für die Errichtung der Auerschen Großmühle in Köln-Deutz. Im zweiten Weltkrieg brannte die Mühle ab. 1950 wurde sie wieder in Betrieb genommen. Die heutigen Besitzer, die Kampffmeyer-Gruppe, hat in die Mühle investiert und wird sie und den Gleisanschluss weiter betreiben. Ansonsten bleibt nichts im Deutzer Industriehafen wie es ist.

Franz-Josef Höing

Die Stadt Köln hatte heute in die ehemalige Essigfabrik, Siegburger Straße 110, zur Auftaktveranstaltung des kooperativen Verfahrens zu Städtebaulichen Entwicklung des Deutzer Hafens geladen.

Wo sonst Punk Bands auftreten, hielt Franz-Josef Höing, der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Verkehr der Stadt Köln einen spannenden, rhetorisch exzellenten Vortrag über die Kölner Stadtplanung und die Möglichkeiten einer Bebauung des Deutzer Industriehafens: „Hier sollen Wohnungen und Büros entstehen.“

Prof. Markus Nepple

Prof. Markus Neppl zeigte Skizzen und Entwürfe. Sie wurden mittels Beamer an die Leinwand geworfen: „Es gibt kein Areal in Deutschland mit dem sich so vielen Studenten beschäftigt haben,“ schmunzelte der Planer.

Sehr gut erklärte der Karlsruher Professor die Problematik einer Bebauung in einem Überschwemmungsgebiet (Retentionsfläche). Die aktive Verteidigungslinie bei einem „Jahrhunderthochwasser“ beginnt erst bei der Siegburger Straße. Mit mobilen Hochwasserschutzwänden soll ein Rheinpegel von 11,70 Meter beherrscht werden. Neue Bebauungen in der Retentionsfläche dürfen aus wasserbaurechtlichen Gründen dem Rhein kein Volumen wegnehmen. Da Ausgleichsflächen nicht zur Verfügung stehen, müsste man Tiefgaragen, Unter- und Erdgeschosse fluten können. Ein Hochziehen der Gebäude auf Stelzen hielt der Stadtquatiersplaner nicht für sinnvoll.

Bis konkrete Pläne einer neuen Gestaltung des Deutzer Hafens vorliegen, werden noch mehrere Jahre vergehen. Wasserbaurechtlich wird man in Köln sicherlich beide Augen zudrücken. Sollen doch die Bonner und die Düsseldorfer Überschwemmungsfläche bereit stellen!

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